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Häufigste Fehler

Die 6 häufigsten Riester-Fehler

Was Kunden mit einem bestehenden Riester-Vertrag zur Altersvorsorge-Reform 2027 und der staatlichen Förderung wissen sollten.

Letzte Aktualisierung: 21. Juli 2026 · Fachlich geprüft von Andreas Aufermann

Kurze Antwort

Die häufigsten Fehler rund um die Riester-Förderung sind: die Zulage nicht voll auszuschöpfen, Beiträge nach einer Gehaltserhöhung nicht anzupassen und einen Vertrag jahrelang ruhen zu lassen, ohne die Förderung zu prüfen. Daneben lohnt sich immer auch ein Blick auf Kostenstruktur und Garantiezins des eigenen Vertrags, denn beide unterscheiden sich stark je nach Anbieter und Abschlussjahr. Ein kostenloser Vertrags-Check zeigt in wenigen Minuten, wo bei Ihrem Vertrag ungenutztes Potenzial liegt.

Dr. Marco Adelt
In über 20 Jahren in der Versicherungsbranche habe ich gelernt: Bei Riester entstehen Fehler meist aus Unwissen. Einer davon allein kostet Tausende Euro staatliche Förderung. Wer die häufigsten Fehler kennt, kann seinen Vertrag besser einordnen, mit oder ohne Berater.
Dr. Marco Adelt · Gründer von LOYAGO
Alle Fehler im Überblick

Zulage nicht voll ausschöpfen.

Nur jeder zweite Riester-Sparer holt seine volle Förderung ab. Im neuen System ab 2027 stehen sogar bis zu 540 Euro statt 175 Euro auf dem Spiel.

Frauen schöpfen ihre häufiger voll aus als Männer: 52,9 % der Frauen holen die volle Förderung ab, bei Männern sind es nur 46,5 % (BMF/ZfA, Beitragsjahr 2022).

Die volle staatliche Zulage gibt es im alten System nur, wenn Sie 4 Prozent Ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttoeinkommens in den Vertrag einzahlen. Zahlen Sie weniger, wird die Zulage anteilig gekürzt. Daten des Bundesfinanzministeriums zeigen: Nur 50 Prozent aller Sparer holen ihre volle Förderung ab, jeder vierte bekommt sogar weniger als die Hälfte.

Im neuen System ab 2027 wird die Förderlogik einfacher: Pro eingezahltem Euro gibt es bis zu 50 Cent Grundzulage, maximal 540 Euro pro Jahr. Das Einkommen spielt keine Rolle mehr. Wer schon im alten System zu wenig einzahlt, verschenkt im neuen umso mehr Förderung.

Ein kurzer Check zeigt, wo Ihr Vertrag heute steht und was Sie im neuen System bekommen würden.

Rund die Hälfte aller Riester-Sparer holt ihre volle nicht ab.

Beiträge nicht regelmäßig anpassen.

Im alten Riester steigt mit dem Gehalt der Mindestbeitrag für die volle , im neuen System ab 2027 ist die Förderung direkt an den Beitrag gekoppelt. Wer nicht anpasst, verschenkt in beiden Welten Geld.

Bei Vertragsabschluss vor 15 oder 20 Jahren wurde der Beitrag oft am damaligen Einkommen ausgerichtet. Wer 2007 mit 25.000 Euro Jahresgehalt gestartet ist und heute 45.000 Euro verdient, müsste den Beitrag fast verdoppelt haben, um die volle Förderung zu behalten. In der Realität passiert das selten, weil der Vertrag im Hintergrund läuft und niemand aktiv darauf hinweist.

Im neuen System ab 2027 dreht sich die Logik: Die Zulage hängt dann direkt am Beitrag, nicht mehr am Einkommen. Wer die volle von 540 Euro will, muss 1.800 Euro pro Jahr einzahlen, also 150 Euro im Monat. Eine einfache Beitragsanpassung kann diesen Effekt sofort beheben.

150 Euro pro Monat ab 2027 für die volle .

Vertrag jahrelang ruhen lassen.

Rund drei Millionen Riester-Verträge in Deutschland sind beitragsfrei gestellt, das ist fast jeder fünfte Vertrag. Auslöser sind meist Elternzeit, ein Wechsel in Teilzeit oder ein neuer Job, bei dem der alte Vertrag in Vergessenheit gerät. Solange kein Beitrag fließt, gibt es auch keine Zulagen mehr.

Bei einer Mutter mit zwei Kindern, die nach 2008 geboren sind, fallen so 175 Euro plus 600 Euro weg, jedes Jahr. Das angesparte Kapital ist nicht verloren, sondern eingefroren, es wächst aber praktisch nicht weiter.

Mit der entstehen neue Möglichkeiten: Beiträge wieder aufnehmen, das Kapital in ein günstigeres neues Produkt übertragen oder den Vertrag im alten System weiterlaufen lassen. Eine ist fast immer die schlechteste Option, weil dann auch die bisher erhaltenen Zulagen zurückgezahlt werden müssen.

Bis zu 775 Euro staatliche Zulagen pro Jahr ungenutzt.

Andreas Aufermann
Drei Millionen ruhende Riester-Verträge in Deutschland zeigen, wie schnell ein Vertrag aus dem Blick gerät. Genau das ist der Moment, in dem unbemerkt Geld für die eigene Rente liegen bleibt.
Andreas Aufermann · Rentenexperte bei LOYAGO

Wie viel staatliche Förderung steht Ihnen wirklich zu?

Prüfen Sie in 2 Minuten, welche Zulage Sie im alten und im neuen System erhalten würden.

Zum Förderrechner

Garantiezins beim Wechsel verlieren.

Klassische Riester-Verträge garantieren bis zu 3,25 Prozent Zins, weit über dem heutigen Marktniveau. Ein falscher Wechsel kostet diesen Vorteil dauerhaft.

Klassische Riester-Rentenversicherungen aus den Jahren 2002 und 2003 garantieren bis zu 3,25 Prozent Zins auf den . Wer einen frühen Vertrag hält, hat damit oft eine Konditionsgarantie, die am heutigen Markt nicht mehr erreichbar ist. Zwei Punkte sind wichtig: Der gilt nur für klassische Verträge, nicht für fondsgebundene. Und er bezieht sich auf den Sparanteil, nicht auf den eingezahlten Bruttobeitrag.

Die schafft zwei Wechsel-Wege: Beim reinen bleibt der Altvertrag mit allen Konditionen bestehen, nur die Förderung läuft im neuen System weiter. Bei einer wandert das gesamte Kapital in ein neues Produkt, der Garantiezins entfällt dabei. Diese Unterscheidung kennt fast niemand, und sie entscheidet, ob ein wertvoller Altvorteil erhalten bleibt.

Bis zu 3,25 Prozent in frühen Verträgen.

Kündigen, statt zu übertragen.

Eine kostet rückwirkend alle Zulagen und Steuervorteile. Bei einer Übertragung ab 2027 bleibt die komplette Förderung erhalten.

Eine Kündigung der gilt steuerlich als . Sämtliche Zulagen und Steuervorteile aus der gesamten Vertragslaufzeit müssen an den Staat zurückgezahlt werden. Bei einer Mutter mit zwei Kindern, die 18 Jahre lang die volle Förderung bekommen hat, kommen schnell 8.000 bis 10.000 Euro zusammen.

Mit der gibt es eine deutlich günstigere Alternative: Das angesparte Kapital lässt sich formlos in ein neues, gefördertes Produkt übertragen. Der bisherige Anbieter muss nicht zustimmen, und alle bisher erhaltenen Zulagen bleiben erhalten. Wer nur die Förderung ins neue System überführen will, ohne den Altvertrag aufzugeben, kann den reinen wählen.

= bis zu 10.000 Euro Rückzahlung an den Staat.

Kinderzulage falsch zugeordnet.

Die wird automatisch der Mutter zugewiesen, unabhängig davon, wer den Riester-Vertrag bespart.

51,4 % der Mütter mit Riester-Vertrag beziehen eine Kinderzulage, bei Vätern sind es nur 15,4 % (BMF/ZfA, Beitragsjahr 2022).

Die beträgt bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr für ab 2008 geborene Kinder beziehungsweise 185 Euro für vor 2008 geborene Kinder. In vielen Familien liegt hier ein erheblicher Förderbetrag brach: Allein bei zwei Kindern können das bis zu 600 Euro pro Jahr sein.

Bis zu 600 Euro pro Jahr bleiben bei zwei Kindern oft ungenutzt.

FAQ

Häufige Fragen

Bestehende Verträge bleiben unverändert erhalten. Es gibt keine automatische Umstellung, jeder Sparer entscheidet selbst, ob er weiterführt, beitragsfrei stellt oder das Kapital ins neue System überträgt.

Ja. Der gilt unbefristet. Ob das die wirtschaftlich beste Lösung ist, hängt vom Vertragstyp, den Kosten und dem ab.

Ein formloses Schreiben an den bisherigen Anbieter genügt, dessen Zustimmung ist nicht nötig. Alle bisher erhaltenen Zulagen und Steuervorteile bleiben erhalten, der Vertrag wird sauber in ein neues, gefördertes Produkt überführt.

Drei Faktoren entscheiden: Wie hoch sind die laufenden Kosten, wie hoch ist der , und wie viel Förderung holen Sie tatsächlich ab. Der Förderrechner gibt einen ersten Überblick, ein Vertragsdetail-Check schafft Klarheit.

Wir sind IHK-zertifizierte Versicherungsexperten, die den Markt seit über 25 Jahren aus der Praxis kennen. Versicherer-Kalkulationen, das Kleingedruckte und die entscheidenden Unterschiede zwischen über 100 Anbietern in Deutschland sind unser tägliches Handwerk.

Persönliche Beratung

Was tun, wenn Sie sich unsicher sind?

Einer unserer IHK-zertifizierten Fachexperten schaut sich in 20 Minuten gemeinsam mit Ihnen die Details Ihres Vertrags an: Förderhöhe, Garantiezins, Kosten und die Reform-Optionen. Am Ende haben Sie alles, was Sie für eine gute Entscheidung brauchen.

Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen als Informationsquelle und zur ersten Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle versicherungsfachliche Beratung, Steuer- oder Rechtsberatung. Für eine konkrete Einschätzung Ihrer Situation empfehlen wir eine kostenlose Fachberatung.

Quellen: Bundesfinanzministerium / Zulagenstelle für Altersvermögen (BMF/ZfA), Statistische Auswertungen zur Riester-Förderung, Stichtag 15.05.2025, Beitragsjahr 2022. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Entwicklung der Riester-Verträge, Quartalsstatistik Ende 2024. Forsa-Umfrage im Auftrag der BarmeniaGothaer (2026). Aeiforia, Studie zu Kapitalabflüssen (2026). Gesetz zur Reform der geförderten privaten Altersvorsorge (AltvRefG), Bundestag 27.03.2026, Bundesrat 08.05.2026. Datenstand: Juli 2026.